GRIENER || RODER
Be Our Guest
GRIENER || RODER
Be Our Guest
über uns
Eine gute Rhythmusgruppe ist das Fundament jeder guten Band. Sie sorgt nicht nur für den Beat und das Feeling, sondern prägt die Musik auf so viele Arten. Jan Roder und Michael Griener sind seit über dreißig Jahren eine solche Rhythmusgruppe. Und jetzt gibt es endlich einen Überblick über ihre gemeinsame Arbeit von Anfang an. Nach einem holprigen Start bei einer Jam-Session in Hannover in den frühen Neunzigern (fragen Sie sie danach, wenn Sie sie das nächste Mal sehen), spielten sie in einigen Bands zusammen, bevor sie Mitte der Neunziger nach Berlin zogen. Ihre Flexibilität und Originalität machten sie zu einer der gefragtesten Rhythmusgruppen an der Schnittstelle von Jazz, Avantgarde und freier Improvisation und prägten den Berliner Jazz-Sound der Jahrtausendwende.
Die Aufnahmen wurden aus einer Vielzahl von Quellen zusammengestellt, darunter Konzertmitschnitte, unveröffentlichte (und einige veröffentlichte) Studioaufnahmen und sogar einige Aufnahmen aus privaten Sessions. Alex Huber von SonarRec hat alle Quellen sorgfältig restauriert und hörbar gemacht.
Die beiden CDs weisen natürlich Lücken auf. Einerseits, weil Aufnahmen von wichtigen Projekten nicht überlebt haben (die wilde Zeit der 90er Jahre in Berlin ist ebenfalls nicht gut dokumentiert), andererseits, weil die gemeinsame Arbeit von Roder und Griener bereits auf mehreren CDs dokumentiert und verfügbar ist. Und schließlich ist es auch auf zwei CDs nicht möglich, alles zu dokumentieren, was sie zusammen gespielt haben und spielen.
Diese Aufnahmen geben uns einen hervorragenden Einblick in ihr musikalisches Schaffen und sind auch ein Zeugnis der Berliner Jazzszene von damals bis heute.
Kontakt info[at]rodergriener.net
photo: miss HECKER
the musicians
Michael Griener
hat sich überwiegend autodidaktisch durch Zuhören und Mitspielen mit vielen Älteren ausgebildet, verbrachte seine prägenden Jugendjahre mit dem Bassklarinettisten Rudi Mahall, begann 1988 seine freischaffende Karriere zunächst in intensiver Zusammenarbeit mit Günter Christmann in Hannover und hat sich seit seinem Umzug nach Berlin 1994 als einer der vielseitigsten Schlagzeuger der aktuellen Jazzszene profiliert, wie seine Arbeit mit Mal Waldron, Butch Morris, Tal Farlow, Evan Parker, Aki Takase, Tony Malaby u.v.a. beweist.
Zusammen mit Jan Roder bildet er die Rhythmusgruppe von DIE ENTTÄUSCHUNG, ULI GUMPERT QUARTETT, MONK'S CASINO und verschiedenen anderen Formationen.
Geprägt von einer tiefen Kenntnis der Jazztradition bewegt er sich vor allem im Grenzbereich zwischen Jazz und freier Improvisation, wie z.B. in seinem Trio mit Ellery Eskelin und Christian Weber.
2002 wurde er von Baby Sommer als Dozent an die Dresdner Musikhochschule geholt, wo er bis heute Jazzschlagzeug unterrichtet.
Im März 2006 wurde Griener bei der Verleihung des Neuen Deutschen Jazzpreises in Mannheim als "Kreativster Solist" ausgezeichnet.
Seine Musik ist auf zahlreichen CD-Veröffentlichungen dokumentiert, u.a. bei Intakt, HatHut, FMP, Jazzwerkstatt, Moers Music u.v.m.
Er hat bisher u.a. gespielt mit: Tal Farlow, Herb Ellis, Mal Waldron, Evan Parker, Ellery Eskelin, Dave Liebman, John Zorn, Butch Morris, Ken Vandermark, Ernst-Ludwig Petrowsky, Barry Guy, Paul Lovens, Zeena Parkins, Keith Tippett, Sirone, Uli Gumpert, Aki Takase, Mats Gustafsson, Alexander v. Schlippenbach, Joelle Leandre, Günter Christmann, Conny Bauer, Johannes Bauer, Frank Gratkowski, Phil Minton, Tony Buck, Matthias Schubert, David Moss, Axel Dörner, Lu Hübsch, Tony Malaby
Jan Roder
geboren 1968 in Lübeck, Deutschland, spielt Bass und E-Bass. Er zog 1995 nach Berlin, wo er Musikern wie Dörner, Mahall und v. Schlippenbach begegnete, mit denen er bis heute spielt. Roder sieht seine musikalische „Heimat” im Post-Free Jazz und in der improvisierten Musik, die tief in der Jazztradition verwurzelt ist. Er arbeitet mit Musikern wie Aki Takase, Gunter Hampel, Irene Schweizer, Ulrich Gumpert, Ernst Ludwig Petrowski, Thomas Borgmann, Peter Brötzmann, Wolfgang Puschnig, Axel Dörner, Wlli Kellers, Michael Griener, Oliver Steidle, Silke Eberhard, Christof Thewes, Matthias Schubert, Olaf Rupp hat in zahlreichen Projekten gespielt, darunter Monks Casino, Die Enttäuschung, Soko Steidle, Squakk, Derek plays Eric (am E-Bass), Silke Eberhard Trio, Ulrich Gumpert Quartett und Workshop Band. Er hat auf einigen Kontinenten Konzerte und Festivals gegeben und arbeitet auch als Solist und ab und zu als Studiomusiker.
die CD
Rigobert Dittmann - Bad Alchemy
Dass der Kontrabassist JAN RODER und der Drummer MICHAEL GRIENER, der eine aus Lübeck, der andere aus Nürnberg, beide Jg. 1968, seit Mitte der '90er in Berlin sich zu einem der spannendsten und eingeschworensten Dynamos des NowJazz verbunden haben, braucht es dafür noch Belege? Bitteschön, Be Our Guest (TITE-REC 036, 2xCD) liefert einen ganzen Rattenschwanz: 1994 in Hannover, wo Roder Musik studiert hat, im Trio des später nach New York gezogenen Sopransaxophonisten Christof Knoche, mit '√c', einer Komposition von Rudi Mahall, die Griener zum Donnern verdonnert (so wie Mahall bereits uns Würzburger potawatomisiert hatte); in Nürnberg mit Ralf Bauer – Flugabone & Rudi Mahall - Bassklarinette, Grieners Freund seit Teenagerzeiten und bleibendem Spezl in Squakk und, seit er 2017 da mit einstieg, Die Enttäuschung. 1995 in Berlin, wo man anfangs in besetzten Wohnungen in Prenzlauer Berg hauste, ohne Bad und ohne Telefon, als Pipeline Omsk mit Henrik Walsdorff – Altosax, dem sie später in der Ulrich Gumpert Workshop Band wiederbegegnen würden, & Axel Dörner – Trumpet (ganz ohne Gänsefüüchen), dem sich Roder in Die Enttäuschung und im Cool Quartett anschloss. 1999 als Dein Glück mit Alexander Dannullis an ohrwurmlauniger Kritzkratz-Gitarre. 2001 als The Streetfighters Quartet mit Bruno Leicht & Axel Dörner als swingenden Trompetenzirpern; oder mit Silke Eberhard – Altosax, die ein Fixpunkt für Roder blieb, & Aki Takase – Piano als Tristano 317 mit Tristanos 'Tautology'. 2004 mit Zoran Terzić, dem Pianisten des Cool Quartetts, in dessen Trio. 2005 mit (Calling all Gods) 'MayDay, MayDay' im Trio des 2010 in Paris gestorbenen Pianisten & Beatpoeten Bob Lenox, einem US-Expat mit Kultflair. 2007 im Kayla Quartet mit dem aus Washington, D.C nach Berlin gekommenen Ben Abarbanel-Wolff – Tenorsax & Richard Koch, dem österreichischen Trompeter in Odd Shot und Olaf Ton, mit dem Griener später auch im Themroc 3 trommelte. 2010 mit Ken Vandermark – Baritonsax im Quartett des Pianisten Ulrich Gumpert; mit Paul Brody – Trumpet, Michael Winograd – Clarinet & Brandon Seabrook – Guitar in Paul Brody’s Sadawi, reimportiert nach Brooklyn. 2012 im Studio Heiligenwald mit Uwe Oberg – Piano; zurück in Berlin mit Christof Thewes – Posaune & Rudi Mahall – bcl als Squakk+. 2020 immer noch nicht reich geworden durch derlei Jazz – Roder mit Soko Steidle, Die Dicken Finger, Brom..., Griener mit Yellow Bird etc. – zeigt Die Große Enttäuschung sie zu zehnt mit Dörners 'Gekannt': 2 links, 2 rechts, nix fallen lassen. 2021 hört man sie unverdrossen aufspielen mit Matthias Schubert – Tenorsax; mit Vlatko Kuçan - Sopranosax; als Stehaufmännchen mit Rieko Okuda, im Covid19-Takt mit Niko Meinhold – Piano; Anfang November, jeweils im Au Topsi Pohl, mit Meinhold & Anna Kaluza – Altosax; mit Almut Kühne – Voice & Toby Delius – Klarinette; querfeldein galoppierend mit Niklas Fite & Olaf Rupp – Guitars; mit Taiko Saito – Vibraphon als Wald (aus tanzenden Eiskristallen); mit Rudi Mahall – bcl, Axel Dörner – tp, Alexander von Schlippenbach – Piano und „Monk's Casino“, einer ihrer stupentesten Leistungen. Und 2022 laden sie ein in den Kühlspot Social Club, erst mit Jasper Stadhouders – Guitar & Emilio Gordoa – Vibraphone; und zuletzt doch noch als Antrieb ihres Flaggschiffs, Die Enttäuschung. Doch gerade die Begegnungen mit Danullis, Leicht (Brew Lite's Free Lights/...Madhattan Four), Lenox, Brody, Kuçan (Ensemble Lesart) öffnen das Ohr über den Tellerrand hinaus, und der Zusammenklang mit krassen E-Gitarren die Spaßschleusen, durch die hier so manches geschleust wird. Denn mehr noch als eine gewisse Ironie, springt einen der spiel- und düsentriebe Gusto der beiden und ihrer 'Gäste' an, mit Klimperkästen, einem Shimmy, einem Nova Swing, öfters holterdipolter, immer pfiffig, kernig und doch wendig, gepfeffert mit Neo-Bebop-Spirit und salzigen Peanuts hoch². Mit Roders rubbeliger, knurpsiger Verve, Grieners polymobilen Tänzchen in 4D, kapriolend wie Monk on speed, als virtuoses Slapstick mit Pokerface, mit einer Mixtur aus Chuzpe und Feeling, nicht nur bei Brodys grandiosem 'Warsaw'. Oder auch als bruitophile Pointillisten wie mit Oberg, als Flohzirkus zu Kuçans Melancholie. So oder so 'in ihrem Element'. Kurz – an ihnen, an Roders Fingern und Grieners Stöckchen, die an Myriaden Facetten einer besseren Welt rühren und rütteln, liegt es nicht, dass sie derart am Arsch ist. [BA 124 rbd]
Linernotes
CD 1
1.) Christof Knoche Trio
- √C
Christof Knoche - Sopran Saxofon
Jan Roder - Bass
Michael Griener - Schlagzeug...
Komposition √C von Rudi Mahall
Aufn. 30. Mai 1994 Konzertsaal der Musikhochschule Hannover
JR: Diese Aufnahme entstand während meines Musikstudiums an der Musikhochschule bei Detlev Beier. Christof Knoche schlug uns vor, mit Michael zu spielen. Wir probten zum ersten Mal in Michaels Proberaum in einem alten Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg am Rande der Stadt. Ich war ein wenig skeptisch, ob es aufgrund unserer vorherigen Begegnung funktionieren würde, aber es fühlte sich auf Anhieb richtig gut an.
MG: Die Komposition √C wurde von Rudi Mahall geschrieben und war Teil des Repertoires der Band Proust, in der Christof und ich zusammen spielten. Das Ziel für die Rhythmusgruppe bei diesem Stück war es, im Takt zu spielen, aber nicht ganz. Die Aufnahme stammt von Christofs Abschlusskonzert, bevor er nach New York zog, wo er immer noch lebt.
2.) Mahall/Bauer/Roder/Griener
Edmund Bitter
Rudi Mahall - Bassklarinette
Ralf Bauer – Flugabone (Bassflügelhorn)
Jan Roder - Bass
Michael Griener - Schlagzeug
Komposition Edmund Bitter von den Musizierenden
Aufgenommen am. 9. Januar 1994 Nürnberg
MG: Nachdem ich eine Zeit lang mit Jan gespielt hatte, schlug ich Rudi Mahall vor, dass wir zusammen spielen sollten. Rudi und ich spielten schon seit 1982 zusammen und wir hatten immer Probleme, die richtigen Spieler zu finden. Ich dachte, Jan würde gut zu uns passen. Jan und ich reisten zusammen nach Nürnberg und spielten ein Konzert mit Rudi und dem Posaunisten Ralf Bauer. Und es hat wirklich gut gepasst.
Edmund Bitter 1994 von Cornelia Schmidt
3.) Pipeline Omsk
Nordpol Stories
Henrik Walsdorff – Altsaxophon
Axel Dörner - Trompete
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Nordpolstories von Henrik Walsdorff
Aufgenommen am. 7. Juni 1995 von Michael Griener in der Torstraße 159, 10115 Berlin
JR: Michael lud mich ein, ihn in Berlin zu besuchen und mit einigen ihm bekannten Musikern zu spielen. Vom ersten Stück an lag eine unglaubliche Spannung in der Luft - es fühlte sich an, als ob die Musiker einander so intensiv zuhörten. Ich wusste sofort, dass ich in einer Stadt leben wollte, in der man auf diese Weise Musik machen kann. Ein paar Wochen nach dieser Session bin ich nach Berlin gezogen."
Pipeline Omsk 1996 von Dirk Steglich
4.) Dein Glück
Unser Hamburg, das ist schön
Alexander Dannullis -Gitarre
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Unser Hamburg, das ist schön von Alexander Dannullis
Aufgenommen am. 9. Juni 1999 im Studio M, Berlin
MG: Die Geschichte des Jazz ist voll von Musikern, die nicht die Anerkennung erhalten haben, die sie verdient hätten, sei es, weil sie am falschen Ort, zur falschen Zeit oder aus anderen Gründen gelebt haben. Alexander Dannullis ist so ein Künstler und Gitarrist, bei dem ich mich immer wieder wundere, dass er nicht bekannter ist. Jan lernte ihn durch seine Schwester in Hamburg kennen und lud ihn nach Berlin ein, wo Jan und ich damals eine Wohnung teilten. Bei unserer ersten Session fühlte ich mich wie von einem Güterzug überrollt; so viel Energie und ungezügelte Kreativität kam aus dieser Gitarre.
Dein Glück 1999 von Anja Hertenberger
5.) The Streetfighters Quartet
Ausversicht
Bruno Leicht - Trompete (left channel)
Axel Dörner - Trompete (right channel)
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Ausversicht von Axel Dörner
Aufgenommen am. 21. Juli 2001 von Rainer Robben, AudioCue Studios, Berlin
MG: Die Streetfighters begannen als mobiles Trompetenduo mit Axel und Bruno in den späten 1980er Jahren in den Straßen und Fußgängerzonen von Essen und Köln. Seitdem haben sie mit verschiedenen Rhythmusgruppen gespielt, unter anderem mit Jochen Rückert und Joscha Oetz, Wayne Dockery und John Betsch, bevor sie sich Anfang des Jahrtausends mit Jan & mir zusammengetan haben. Obwohl Bruno außerhalb Kölns wahrscheinlich nicht so bekannt ist, beschreibt Axel ihn als "einen wichtigen und bedeutenden Musiker unserer Zeit, eine stilistisch wichtige Stimme auf der Trompete heute". Diese Aufnahme ist ein unveröffentlichtes Süück von unserer CD auf SIND Records.
The Streetfighters Quartet 2001 von Rainer Robben
6.) Tristano 317
Tautology
Silke Eberhard – Altsaxofon
Aki Takase – Piano
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Tautology von Lee Konitz
Aufgenommen am. 8. August 2001 im A-Trane, Berlin
JR: Wir hatten beide schon ab und zu mit Aki und Silke in verschiedenen Bands zusammengearbeitet, als Aki die Idee hatte, dass wir uns näher mit der Musik von Lennie Tristano beschäftigen sollten. Eine Zeit lang trafen wir uns regelmäßig in Akis Proberaum in Tempelhof und arbeiteten an unseren eigenen Arrangements. So kam es zu dieser Formation. Wir haben ein paar Konzerte in Berlin gespielt, wobei dies eine der wenigen Aufnahmen ist.
7.) Zoran Terzić Trio
Klimperkasten
Zoran Terzić – Piano
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Klimperkasten von Zoran Terzić
Aufgenommen am. 27. Januar 2004 von Rainer Robben, AudioCue Studios, Berlin
JR: Ich traf Zoran um '95 bei einer Jam in Michaels Proberaum. Wir spielten die Stücke von Monk und anderen. Danach haben wir in verschiedenen Formationen gespielt und eine Trio-CD aufgenommen. Mir gefällt besonders Zorans fast emotionslose Herangehensweise an die Musik, ähnlich wie bei einem Schnellschachspieler. Und dann sind da noch seine großartigen Kompositionen...
8.) Bob Lenox Trio
MayDay, MayDay
Bob Lenox - Piano & Stimme
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition MayDay, MayDay von Bob Lenox
Aufgenommen am. 11. Januar 2005 von Jürgen Heckel im Studio P2, Berlin
MG: Bob war schon eine imposante Figur in der Berliner Jazzszene, als wir ankamen. Da er in den fünfziger und sechziger Jahren in New York aufgewachsen war, konnte er uns endlose Geschichten über unsere Helden erzählen. Jan und ich spielten zunächst ein paar Lounge-Gigs mit ihm in Nobelhotels am Potsdamer Platz, wo er sich einfach nicht darum scherte, den Gig zu behalten und die ganze Zeit voll aufdrehte. Danach bildeten wir zusammen ein Trio, in dem er auch sang und seine eigenen Gedichte vortrug.
9.) Kayla Quartet
Falash Shimmy
Ben Abarbanel-Wolff – Tenorsaxophon
Richard Koch – Trompete
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Falash Shimmy von Ben Abarbanel-Wolff
Aufgenommen am. 26. September 2007 von Christian Betz bei BerlinAudio, Schwedter Str.
MG: Ben zog um die Jahrtausendwende nach Berlin, nachdem er am Bennington College bei Milford Graves studiert hatte. Jan und ich haben ihn für das Ulrich Gumpert Quartett empfohlen, und er ist auf der ersten CD der Band bei Intakt zu hören. Ich spielte mit ihm eine Zeit lang im Quartett des Bassisten Sirone, bevor Ben seine eigene Band gründete und seine eigenen Kompositionen spielte. Diese Aufnahme stammt aus einer unveröffentlichten Session mit Richard Koch an der Trompete.
Kayla Quartet 2007 von Miss Hecker
10.) Ulrich Gumpert Quartett
Scrollin'
Ken Vandermark - Tenorsaxofon
Ulrich Gumpert – Piano
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Scrollin' von Ulrich Gumpert
Aufgenommen. 27. Oktober 2010 von Johannes Müller im Kulturhaus Mitte, Auguststraße, Berlin
MG: Mit Uli Gumpert spiele ich schon seit Mitte der neunziger Jahre zusammen, als ich ihn über den Bassisten Matthias Bauer kennenlernte. Uli hat mich dann gebeten, in den meisten seiner Projekte mitzuspielen, unter anderem in einem Quartett mit Ernst Ludwig Petrowsky und Klaus Koch. Als Klaus Koch plötzlich starb, empfahl ich Jan als seinen Ersatz, und seitdem sind wir Ulis bevorzugte Rhythmusgruppe. In seinem Quartett haben wir im Laufe der Jahre mit verschiedenen Saxophonisten gespielt, und als Jan & ich Ken bei einem Festival in Thessaloniki kennenlernten, luden wir ihn nach Berlin ein, um dieses Konzert mit uns zu spielen.
11.) Paul Brody's Sadawi
Warsaw
Paul Brody – Trompete
Michael Winograd – Klarinette
Brandon Seabrook – Gitarre
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Warschau von Paul Brody
Aufgenommen am 28. November 2010 im Irondale Culture Center, Brooklyn, N.Y. C.
MG: Ich spiele schon seit über zwanzig Jahren mit Paul Brody zusammen. Für seine Band Sadawi wählte er seine amerikanischen und deutschen Lieblingsmusiker aus, um mit ihnen zu spielen, und so lernte ich Brandon auf einer Tournee mit Paul durch Polen im Jahr 2005 kennen. Paul schafft es, seine eigene musikalische Vision mit nur wenigen und meist eher vagen Anweisungen an die Musiker zu vermitteln; das macht einen guten Bandleader aus.
12.) GROB
GROB 4
Uwe Oberg - Piano
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition GROB 4 von den Musizierenden
Aufgenommen am. 8. Dezember 2012 von Martin Schmidt im Spielraum Studio Heiligenwald
JR: Uwe hat einen ganz besonderen Stil und eine ausgeprägte musikalische Kommunikation. Ich habe ihn durch Michael und Christof Thewes kennengelernt, die mit Uwe zusammen in der Band Lacy Pool gespielt haben. Es war ein natürlicher nächster Schritt für Michael und mich, mit Uwe das Trio Grob zu gründen, eine rein frei improvisierende Gruppe.
13.) Squakk+
Nova Swing Coda
Christof Thewes – Posaune
Rudi Mahall – Bassklarinette
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Nova Swing Coda von den Musizierenden
Aufgenommen am 27. Nov. 2012 von Andreas Stoffels & Jean-Boris Szymczak im Studio P4, Berlin
JR: Das Trio Squakk bestand aus Michael und mir zusammen mit Christof Thewes - einem tollen Posaunisten und super Typen. Sehr schnell... Auf Christofs Initiative hin entstand die Band Squakk als Trio, nachdem Christof uns mit Uli Gumpert gehört hatte. Wir haben über Gastmusiker nachgedacht und auf Christofs Vorschlag hin haben wir Rudi Mahall eingeladen, der sich als perfekte Ergänzung des Trios herausstellte. Dieses Stück ist eine Auskopplung aus unserer CD bei Intakt Records.
Squakk+ © Madeleine Boschan
CD 2
1.) Die Große Enttäuschung
Gekannt
Rudi Mahall – Bassklarinette
Axel Dörner - Trompete
Christoph Thewes - Posaune
Henrik Walsdorff – Altsaxofon
Gabriel Coburger – Tenorsaxophon, Querflöte
Flo Stoffner - Gitarre
Andi Lang - Bass (rechter Kanal)
Kasper Tom – Schlagzeug (rechter Kanal)
Jan Roder - Bass (linker Kanal)
Michael Griener – Schlagzeug (linker Kanal)
Komposition Gekannt von Axel Dörner
Aufgenommen am 7. August 2020 von Christian Betz bei Jazz am Kaisersteg, Berlin
MG: Die Enttäuschung ist eine ganz besondere Band mit einer einzigartigen Ästhetik. Nachdem ich 2016 angefangen habe, mit der Band zu spielen, haben wir uns gefragt, ob es möglich wäre, diese Musik auf eine größere Besetzung zu übertragen. Ein Stipendium des Musikfonds machte es möglich, diese Idee auszuprobieren, und so stellten wir eine Band aus Musikern zusammen, die mit dieser Musik bereits vertraut waren, so dass wir die recht komplexen Kompositionen in kurzer Zeit auf die Bühne bringen konnten. Wir nannten es Die Große Enttäuschung.
Die Große Enttäuschung © Cristina Marx Photomusix
2.) Schubert/Roder/Griener
IL BIS
Matthias Schubert – Tenorsaxofon
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition der Musizierenden
Aufgenommen am. 25. August 2021 von Olaf Rupp im Sowieso, Berlin
MG: Ich kenne Matthias seit 1983, als ich ihn als Teenager bei einem Konzert von Gunter Hampel um ein Autogramm bat. Später hatte ich das Glück, bei vielen Gelegenheiten mit ihm die Bühne zu teilen. Er ist ein fantastischer Musiker, der immer mit vollem Einsatz und Risiko spielt; er ist ein einzigartiger Spieler und sollte viel bekannter sein. Er war der erste, der uns in den Sinn kam, als Jan und ich überlegten, mit wem wir in einem Trio spielen sollten. Dieses Konzert war besonders gut und wir hatten das Glück, dass Olaf Rupp dabei war, um es aufzunehmen.
Schubert/Roder/Griener © Tina Berning
3.) Kucan/Roder/Griener
Avalanche Milk Jot
Vlatko Kucan - Sopransaxofon
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Avalanche Milk Jot von den Musizierenden
Aufgenommen am 27. September 2021 von Vlatko Kucan im TrueMuze Rec. Studio Hamburg
JR: Wir haben Vlatko wahrscheinlich in den 90er Jahren durch Alexander Dannullis kennengelernt. Er ist ein großartiger Hornist in Hamburg, mit dem wir oft zusammen gespielt haben. 2021 lud er uns zu einem Konzert nach Hamburg ein, wo wir einige sehr inspirierende Tage zusammen verbrachten. Leider warten die Aufnahmen noch auf ihre Veröffentlichung, deshalb hier eine kleine Kostprobe.
4.) Okuda/Roder/Griener
Okiagari - Koboshi
Rieko Okuda - Piano
Jan Roder - bass
Michael Griener – drums
Komposition Okiagari - Koboshi von den Musizierenden
Aufgenommen am. 5. Oktober 2021 von Markus Mittermeyer im Traumton Studio, Berlin.
JR: Rieko Okuda ist nach einigen Jahren in New York nach Berlin gezogen. Viele Jahre lang kreuzten sich unsere Wege nur selten. Vor etwa 10 Jahren lud sie mich zu einem Konzert ins Sowieso ein und ich war überwältigt von ihrer Energie. Danach konnte ich ihre enorme Vielseitigkeit in verschiedenen Projekten erleben, so dass ich sie unbedingt Michael vorstellen wollte, was sich als Glücksfall erwies.
5.) Meinhold/Roder/Griener
Grippe in Zeiten von Corona
Niko Meinhold - Piano
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition von Niko Meinhold
Aufgenommen am. 5. Oktober 2021 von Markus Mittermeyer im Traumton Studio, Berlin.
JR: Anfang der 2000er Jahre spielten Niko Meinhold und ich gemeinsam im Silke Eberhard Quartett, später immer wieder mit Anna Kaluza im Hamam Trio, sowie mit BerIO (Berlin Improvisers Orchestra), und dann wieder in diesem Trio mit Michael.
Niko ist ein außergewöhnlicher Pianist, der kompositorisch denkt, der die strukturellen Elemente des Musizierens nie außer Acht lässt, besonders wenn er frei spielt. Dabei ist er sich seiner kreativen Impulse stets bewusst und im Fluss. Alles ist im Fluss.
6.) Kaluza/Meinhold/Roder/Griener
Aquatinta
Anna Kaluza – Altsaxofon
Niko Meinhold - Piano
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition der Musizierenden
Aufgenommen am. 2. November 2021 von Olaf Rupp im Au Topsi Pohl, Berlin
MG: Ich lernte Anna 2003 nach einem Konzert in Köln kennen, wo sie damals lebte. Sie machte mich mit Simon Rummel bekannt, in dessen Ensemble ich heute noch spiele. Jan und ich haben schnell angefangen, mit ihr in einem Trio zu spielen und sind seitdem in verschiedenen Formationen zusammen. Mit Niko spiele ich hauptsächlich in der Band der rumänischen Sängerin Maria Raducanu, und nachdem ich herausgefunden hatte, dass Anna und Niko viel zusammen spielen, lag es nahe, auch in einem Quartett zu spielen.
7.) Kühne/Delius/Roder/Griener
Hoopla Situp
Almut Kühne - Stimme
Toby Delius - Klarinette
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition der Musizierenden
Aufgenommen am. 3. November 2021 von Olaf Rupp bei Au Topsi Pohl, Berlin
JR: Toby kenne ich persünlich seit 2007, als wir im Quartett mit Axel Dörner und Steve Heather, Mrs. Conception, sowie in einer kurzlebigen Band mit Matthias Schubert, Toby und Michael spielten. Almut ist eine großartige Sängerin und Improvisatorin, die ich auch schon lange kenne. Michael initiierte eine Session mit Toby und Almut mit uns beiden. Ich mochte die Idee und die daraus resultierende Musik.
Kühne/Delius/Roder/Griener © Cristina Marx Photomusix
8.) Fite/Rupp/Griener/Roder
the Travelator incident
Niklas Fite – Gitarre (linker Kanal)
Olaf Rupp – Gitarre (rechter Kanal)
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition der Musizierenden
Aufgenommen am. 4. November 2021 von Olaf Rupp im Au Topsi Pohl, Berlin
JR: Olafs Musik kenne ich, seit ich nach Berlin gezogen bin. Wir spielten zum ersten Mal 2002 zusammen mit Rudi Mahall in einem Trio, das zu JR3 wurde, mit bisher 2 Veröffentlichungen auf Relative Pitch und Audiosemantics. Olaf ist ein besonderer Musiker mit einer einzigartigen persönlichen Sprache, einem ständigen Fluss zwischen Tönen, Klängen und Geräuschen - ein Fluss und ein Bewusstsein, das seinesgleichen sucht. Geradezu genial.
MG: Niklas, ein junger Gitarrist aus Schweden, wurde schon in jungen Jahren von seinem Vater, dem Gitarristen Andy Fite, in den traditionellen Jazz eingeführt. Mit der Zeit entwickelte er ein wachsendes Interesse an der freien Improvisation, was ihn schließlich nach Berlin führte, wo sich unsere Wege kreuzten. Ich war fasziniert davon, ihn mit Olaf zusammenzubringen, um die musikalische Synergie zu erkunden, die sich daraus ergeben würde.
9.) Wald
Typhoons and Windbreaks
Taiko Saito - Vibrafon
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition von Saito/Roder/Griener
Aufgenommen am. 4. November 2021 von Olaf Rupp im Au Topsi Pohl, Berlin
JR: Ich weiß von Taiko schon sehr lange, obwohl wir erst vor etwa 6 Jahren angefangen haben, zusammen zu spielen. Seitdem spielen wir immer mal wieder zusammen, zum Beispiel in der Band Rosa Moka und Silke Eberhards Potsa Lotsa. Ich dachte mir, dass sie mit ihrer erstaunlichen Vielseitigkeit und technischen Finesse gut zu Michael und mir passen würde, und ich hatte Recht, wie man auf unserer CD Wald hören kann, von der dieses Stück stammt.
Wald © Sergei Gavrilov
10.) Monk's Casino
Let’s Cool One/Let’s Call This
Rudi Mahall – Bassklarinette
Axel Dörner – Trompete
Alexander von Schlippenbach - Piano
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition Let's Cool One/Let's Call This von Thelonious Monk
Aufgenommen am. 6. November 2021 von Olaf Rupp im Au Topsi Pohl, Berlin
JR: Mitte der 90er Jahre spielte die Band Die Enttäuschung hauptsächlich eigene Arrangements von Thelonious Monk-Kompositionen. Mit Alex v. Schlippenbach haben wir die restlichen Stücke hinzugefügt und ein umfassendes Programm mit allen Kompositionen von Thelonious Monk zusammengestellt. Diese Zusammenstellung wurde 2005 auf drei CDs bei Intakt records veröffentlicht. Nachdem Uli Jenneßen 2012 die Band verlassen hat, habe ich mich besonders gefreut, Michael an Bord zu haben. Dieses Stück ist Teil der Doppel-LP "Monk's Casino Live at Au Topsi".
Monk's Casino © Wilfried Heckmann
11.) Stadhouders/Gordoa/Roder/Griener
Caldo de orejas
Jasper Stadhouders – Gitarre
Emilio Gordoa - Vibrafone
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition von dem Musizierenden
Aufgenommen am. 1. Februar 2022 von den Musikern im Kühlspot Social Club, Berlin
MG: Einer der Vorteile, in einer Stadt zu leben, die so viele Künstler anzieht, ist, dass ständig neue Musiker auftauchen und neue Verbindungen geknüpft werden. Jasper und Emilio gehören zu einer jüngeren Generation von Improvisatoren, die seit einiger Zeit die Berliner Musikszene bereichern, und wir waren von ihrer Musik so fasziniert, dass wir sie zu einem gemeinsamen Auftritt eingeladen haben. Wir waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden und arbeiten weiterhin zusammen, wann immer es unsere unterschiedlichen Zeitpläne erlauben..
12.) Die Enttäuschung
verlacht
Rudi Mahall – Bassklarinette
Axel Dörner - Trompete
Jan Roder - Bass
Michael Griener – Schlagzeug
Komposition von Axel Dörner
Aufgenommen am. 24. Juni 2022 von den Musikern im Kühlspot Social Club, Berlin
MG: Einen Schlagzeuger in einer bestehenden Band zu ersetzen ist nie eine leichte Aufgabe, besonders nicht bei einer Band mit einer so einzigartigen musikalischen Sprache und Geschichte wie Die Enttäuschung. Aber es hilft sicherlich, dass ich mit diesen Jungs länger als jeder andere gespielt habe: mit Rudi seit über 40 Jahren und mit Axel und Jan seit etwa 30 Jahren. Nachdem Uli die Band verlassen hat, hatten sie Schwierigkeiten, einen geeigneten Schlagzeuger zu finden, also haben sie mich 2016 gebeten, bei ihnen einzusteigen. Seitdem haben wir es geschafft, 4 CDs plus das neue Monk's Casino Doppelalbum zu veröffentlichen und die Band scheint aktiver denn je zu sein.
Diese Komposition von Axel ist von unserer Veröffentlichung Music Minus One auf 2:19 Records.
Die Enttäuschung 2017 von Sigrun Andree
reviews
Bad Alchemy
06/2024
Dass der Kontrabassist JAN RODER und der Drummer MICHAEL GRIENER, der eine aus Lübeck, der andere aus Nürnberg, beide Jg. 1968, seit Mitte der '90er in Berlin sich zu einem der spannendsten und eingeschworensten Dynamos des NowJazz verbunden haben, braucht es dafür noch Belege? Bitteschön, Be Our Guest (TITE-REC 036, 2xCD) liefert einen ganzen Rattenschwanz: 1994 in Hannover, wo Roder Musik studiert hat, im Trio des später nach New York gezogenen Sopransaxophonisten Christof Knoche, mit '√c', einer Komposition von Rudi Mahall, die Griener zum Donnern verdonnert (so wie Mahall bereits uns Würzburger potawatomisiert hatte); in Nürnberg mit Ralf Bauer – Flugabone & Rudi Mahall - Bassklarinette, Grieners Freund seit Teenagerzeiten und bleibendem Spezl in Squakk und, seit er 2017 da mit einstieg, Die Enttäuschung. 1995 in Berlin, wo man anfangs in besetzten Wohnungen in Prenzlauer Berg hauste, ohne Bad und ohne Telefon, als Pipeline Omsk mit Henrik Walsdorff – Altosax, dem sie später in der Ulrich Gumpert Workshop Band wiederbegegnen würden, & Axel Dörner – Trumpet (ganz ohne Gänsefüéchen), dem sich Roder in Die Enttäuschung und im Cool Quartett anschloss. 1999 als Dein Glück mit Alexander Dannullis an ohrwurmlauniger Kritzkratz-Gitarre.
2001 als The Streetfighters Quartet mit Bruno Leicht & Axel Dörner als swingenden Trompetenzirpern; oder mit Silke Eberhard – Altosax, die ein Fixpunkt für Roder blieb, & Aki Takase – Piano als Tristano 317 mit Tristanos 'Tautology'. 2004 mit Zoran Terzić, dem Pianisten des Cool Quartetts, in dessen Trio. 2005 mit (Calling all Gods) 'MayDay, MayDay' im Trio des 2010 in Paris gestorbenen Pianisten & Beatpoeten Bob Lenox, einem US-Expat mit Kultflair. 2007 im Kayla Quartet mit dem aus Washington, D.C nach Berlin gekommenen Ben Abarbanel-Wolff – Tenorsax & Richard Koch, dem österreichischen Trompeter in Odd Shot und Olaf Ton, mit dem Griener später auch im Themroc 3 trommelte. 2010 mit Ken Vandermark – Baritonsax im Quartett des Pianisten Ulrich Gumpert; mit Paul Brody – Trumpet, Michael Winograd – Clarinet & Brandon Seabrook – Guitar in Paul Brody’s Sadawi, reimportiert nach Brooklyn. 2012 im Studio Heiligenwald mit Uwe Oberg – Piano; zurück in Berlin mit Christof Thewes – Posaune & Rudi Mahall – bcl als Squakk+. 2020 immer noch nicht reich geworden durch derlei Jazz – Roder mit Soko Steidle, Die Dicken Finger, Brom..., Griener mit Yellow Bird etc. – zeigt Die Große Enttäuschung sie zu zehnt mit Dörners 'Gekannt': 2 links, 2 rechts, nix fallen lassen.
2021 hört man sie unverdrossen aufspielen mit Matthias Schubert – Tenorsax; mit Vlatko Kuçan - Sopranosax; als Stehaufmännchen mit Rieko Okuda, im Covid19-Takt mit Niko Meinhold – Piano; Anfang November, jeweils im Au Topsi Pohl, mit Meinhold & Anna Kaluza – Altosax; mit Almut K¨hne – Voice & Toby Delius – Klarinette; querfeldein galoppierend mit Niklas Fite & Olaf Rupp – Guitars; mit Taiko Saito – Vibraphon als Wald (aus tanzenden Eiskristallen); mit Rudi Mahall – bcl, Axel Dörner – tp, Alexander von Schlippenbach – Piano und „Monk's Casino“, einer ihrer stupentesten Leistungen. Und 2022 laden sie ein in den K¨hlspot Social Club, erst mit Jasper Stadhouders – Guitar & Emilio Gordoa – Vibraphone; und zuletzt doch noch als Antrieb ihres Flaggschiffs, Die Enttäuschung.
Doch gerade die Begegnungen mit Danullis, Leicht (Brew Lite's Free Lights/...Madhattan Four), Lenox, Brody, Kuçan (Ensemble Lesart) öffnen das Ohr über den Tellerrand hinaus, und der Zusammenklang mit krassen E-Gitarren die Spaßschleusen, durch die hier so manches geschleust wird. Denn mehr noch als eine gewisse Ironie, springt einen der spiel- und düsentriebe Gusto der beiden und ihrer 'Gäste' an, mit Klimperkästen, einem Shimmy, einem Nova Swing, öfters holterdipolter, immer pfiffig, kernig und doch wendig, gepfeffert mit Neo-Bebop-Spirit und salzigen Peanuts hoch². Mit Roders rubbeliger, knurpsiger Verve, Grieners polymobilen Tänzchen in 4D, kapriolend wie Monk on speed, als virtuoses Slapstick mit Pokerface, mit einer Mixtur aus Chuzpe und Feeling, nicht nur bei Brodys grandiosem 'Warsaw'. Oder auch als bruitophile Pointillisten wie mit Oberg, als Flohzirkus zu Kuçans Melancholie. So oder so 'in ihrem Element'. Kurz – an ihnen, an Roders Fingern und Grieners Stöckchen, die an Myriaden Facetten einer besseren Welt rühren und rütteln, liegt es nicht, dass sie derart am Arsch ist.
[BA 124 rbd]
TAZ
19.9.2024
Neue Musik aus Berlin
Verwegene Mixtur
Auf ihrer Doppel-CD „Be Our Guest“ lassen der Schlagzeuger Michael Griener und der Bassist Jan Roder ihrer unorthodoxe Spielweise des Jazz freien Lauf.
Was uns beide eint, ist das Gef¨hl für Swing“, sagt Michael Griener am Telefon. Der Schlagzeuger spricht über die Rhythmusgruppe, die er seit drei Jahrzehnten mit dem Bassisten Jan Roder bildet und mit dem er jetzt eine Werkschau veröffentlicht hat.
Ihre Doppel-CD „Be Our Guest“, alleine das ist schon einmal ein Jazz-Motto, versammelt bei einer Laufzeit von zwei Stunden 36 Weggefährtinnen und Zeitgenossen der beiden Wahl- und Herzensberliner, die für eine unorthodoxe Spielweise von Jazz stehen. Unorthodox heißt experimentell, aber nicht akademisch; unorthodox umfasst altmodisch, aber nicht reaktionär: „Wir beziehen uns deutlich auf die Jazztradition“, fügt Griener an.
Hören lässt sich das an den Stücken, die „Be Our Guest“ rahmen: „√C“, eine Komposition des Bassklarinettisten Rudi Mahall, interpretiert durch das Christof Knoche Trio, aufgenommen 1994 noch in Hannover, ist befreiter Jazz, dem Free kein Dogma ist.
„Verlacht“, eine Komposition des Trompeters Axel Dörner, interpretiert durch das Quartett Die Enttäuschung, ist eine verwegene Mixtur alten und neuen Stils. Begonnen hat Die Enttäuschung mit Kompositionen des afroamerikanischen Pianisten Thelonious Monk. Der galt einmal als Modernist und jetzt als Klassiker.
„Be Our Guest“ enthält zwei Monk-Stücke, furios umgesetzt mit Alexander von Schlippenbach am Piano, aufgenommen im Au Topsi Pohl in Mitte-Tiergarten, einem der vielen flüchtigen Jazz-Orte, denen Griener und Roder auf ihrem musikalischen Stadtplan Berlins zu Dauer verholfen haben.
CitizenJazz
22.9.2024
Wie kleidet man mich für eine Orgie? Gibt es eine Kleiderordnung, oder kommt man einfach so, wie man ist und stürzt sich aufs Buffet? Das ist so ziemlich die einzige Frage, die auf Be Our Guest zutrifft, das Album, das der Kontrabassist Jan Roder und der Schlagzeuger Michael Griener zum 30-jährigen Jubiläum ihrer Zusammenarbeit veröffentlicht haben. 30 Jahre sind eine lange Zeit, aber wir haben sie nicht verstreichen lassen: Wir schreiben schon lange, dass Roder und Griener, wie die Könige von Berlin, eines der besten Rhythmuspaare Europas sind. Von Céline Voccia bis Taiko Saitō lassen sich die Kollaborationen des Duos zu Dutzenden zählen; für dieses Doppelalbum haben Roder und Griener sie wie eine lange Ephemeride zusammengestellt:
Sie sind gekommen, sie sind (fast) alle da, und die Musik ist lebendig und gut... Von Uwe Oberg über Aki Takase bis hin zu Ken Vandermark, es ist gar eine lebendige Retrospektive der Citizen-Jazz-Cover der Vergangenheit und der Zukunft. Ein großes All-you-can-eat-Buffet, bei dem „Unser Hamburg, das es schön“, 2001 im Trio mit dem Gitarristen Alexander Dannullis aufgenommen, als späte aber turbulente Entdeckung dient.
Be Our Guest ist keine Compilation. Das Material, das vom Label Trouble in The East veröffentlicht und von Jan Roder und Michael Griener ausgewählt wurde, ist fast vollständig neu und besteht aus zerlumpten Live-Auftritten und Studioarbeiten, die über die Jahre liebevoll verwahrt wurden. Aki Takases Debüt mit Lennie Tristano ist in einer kraftvollen, freudigen „Tautology“ zu hören, in der die Pianistin mit einer seltenen Unersättlichkeit inmitten von Silke Eberhards kraftvollem Spiel spielt. Dieses Berliner Konzert von 2001 war der Beginn einer jahrelangen Freundschaft, ebenso wie das Abenteuer „Die Enttäuschung“ mit den Komplizen Axel Dörner und Rudi Mahall, aus dem für einige Konzerte die beeindruckende „Große Enttäuschung“ wurde. Dieses doppelte Rhythmus-Tentett, aufgenommen 2020 in Berlin, ist eindeutig einer der Höhepunkte dieses Doppelalbums, das mehr denn je die Einflüsse der beiden Komplizen offenbart, von Lacy bis Dolphy, gewürzt mit europäischer improvisierter Musik.
Rudi Mahall ist allgegenwärtig und ist objektiv das dritte Puzzlestück, dessen Dimension in den letzten Wochen hinzugekommen ist. Eine letzte Station ist das Monk's Casino („Let's Cool One/Let's Call This“) gemeinsam mit von Alexander von Schlippenbach.
Man weiß nicht, wohin man sich wenden soll bei dieser perfekten Anthologie, die Lust darauf macht, die gesamte Diskographie dieser Giganten noch einmal zu hören; eine Offenbarung, konzipiert wie ein Adventskalender: eine Revolution...
Frankfurter Allgemeine Zeitung
30.9.2024
In Monks Casino mit hohem Einsatz
Michael Griener und Jan Roder sind das wohl beliebteste Rhythmusteam der Berliner Jazz-Szene. davon legt das Doppelalbum „Be Our Guest“ (trouble in the east/Galileo) Zeugnis ab, auf dem der Schlagzeuger und der Bassist mit einer halben Armee von Musikerinnen und Musikern zu hören sind. Die Aufnahmen stammen aus den letzten dreißig Jahren und reichen von freier Improvisation bis zum druckvollem Sound eines zehnköpfigen Ensembles.
Beeindruckend der enge Rapport, den die beiden mit der Pianistin Rieko Okuda erreichen, und das lodernde Feuer, das die beiden Gitarristen Niklas Fite und Olaf Rupp mit ihrer Hilfe entfachen. Und dann sind da noch ein paar Stücke ihrer Band namens Die Enttäuschung, die sich, verstärkt um den Pianisten Alexander von Schlippenbach, auch als versierte Monk-Interpretin – da heißt sie dann Monk’s Casino – einen Namen gemacht hat.
Wie sie Thelonious Monks „Let’s Cool One“ in seine Einzelteile zerlegen und dann mit großer Originalität wieder zusammensetzen, ist eine Sternstunde in musikalischer Ökonomie.
Rolf Thomas
videos
WALD
Jazz & Experimental In Berlin Festival
20. Januar 2024
Die Enttäuschung
Live at Peppi Guggenheim
2. März 2023
Schubert & Roder & Griener
im Sowieso, Berlin
26 Aug. 2021
Ulrich Gumpert Trio & Ken Vandermark
Conference At Baby's
16. Dezember 2010
Kayla Quartet
im alten Ms Hecker
25. September 2007
andere videos
Dieter Glawischnig Berlin Trio
Live at Industriesalon, Berlin
13. November 2022
Céline Voccia Trio
at Studio Boerne, Berlin
17. August 2021
Sprich Leise
im Sowieseo, Berlin
20. April 2019
Thieke Borghini Roder Griener
im Sowieso, Berlin
17. Juni 2017
Griener | Roder | Thewes
Fleischwolf live im Moods, Zürich
16. September 2011
List of released collaborative recordings
(As of December 2023)
- 2005 Zoran Terzic Trio – :1 | Konnex Records – KCD 5139
- 2005 Baby Bonk – Sagt Die Wahrheit |Konnex Records – KCD 5147
- 2007 Tal Balshai - Endless Fields | HonigTeeMusic - MTM 001
- 2007 Ulrich Gumpert – Quartette | Intakt Records – Intakt CD 127
- 2008 Ulrich Gumpert Workshop Band – Suites | Jazzwerkstatt – jw054
- 2009 Griener, Roder, Thewes : Squakk |Jazzwerkstatt – jw046
- 2010 Paul Brody's Sadawi – Far From Moldova |Morgenland – ml 7001
- 2012 Floros Floridis – My German Friend |NORMAL 334 CD
- 2013 Ulrich Gumpert Workshop Band – Berlin New York - The End Of Dow Jones | Jazzwerkstatt – jw 10142
- 2014 Griener, Mahall, Roder, Thewes: Squakk – Willisau & Berlin | Intakt Records – Intakt CD 231
- 2014 Ulrich Gumpert Workshop Band - Plays Mingus | Jazzwerkstatt jw 138/3
- 2015 Satoko Fujii Orchestra Berlin – Ichigo Ichie |Libra Records (5) – 212-037
- 2015 Ulrich Gumpert Quartett – A New One | Intakt Records – Intakt CD 257
- 2016 Reich durch Jazz – Reich Durch Jazz |Trouble In The East – TITE Rec 003
- 2017 Die Enttäuschung – Lavaman | Intakt Records – Intakt CD 289
- 2018 Satoko Fujii Orchestra Berlin – Ninety-Nine Years | Libra Records (5) – 211-047
- 2018 Griener, Roder, Thewes – Roadside Picknick | gliggmusic
- 2020 The Streetfighters Quartet – The Streetfighters Quartet | Sind (2) – SIND_022020-1
- 2022 Die Enttäuschung & A. v. Schlippenbach – Monk's Casino | Two Nineteen Records – 2-19-007
- 2022 Bariton – Wer kann es am besten? | gliggmusic – 005
- 2023 Céline Voccia Trio – Abîme | Jazzwerkstatt – jw226
- 2023 WALD – SAITO RODER GRIENER | Trouble In The East – TITE REC- 029
- 2023 Die Enttäuschung - Music Minus One | two nineteen records 2-19-010
- 2023 Die Enttäuschung - Die komplette Enttäuschung | Two Nineteen Records 2-19-011







